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Assassin's Creed 2
Das erste „Assassin's Creed“ war in spielerischer Hinsicht schon sehr gut, doch war es vor allem die Geschichte, die zu überraschen wusste. Wer hatte schon damit gerechnet, dass diese in DIESER Art mit der Gegenwart verwoben sein würde? Der große Knall ist mittlerweile verstummt, „Assassin's Creed 2“ macht erwartungsgemäß da weiter, wo der Erstling endete. Der Hauptcharakter im Hintergrund ist nach wie vor Desmond Miles, da „Assassin's Creed 2“ aber rund drei Jahrhunderte nach dem ersten Teil spielt, ist euer Alter Ego der vergangenen Zeit nicht mehr Altair, sondern der junge Ezio Auditore. „Assassin's Creed 2“ versetzt euch zurück in das Italien des ausklingenden 15. Jahrhunderts, in das Leben eines Buben, dem eigentlich ein sorgenfreies Leben sicher war. Doch eines Tagen holen Intrigen Ezios Familie ein und reißen den Frauenheld aus seiner Wohlfühl-Umgebung. Fortan liegt es an euch, die bösen Mächte zu bekämpfen und den Ruf eurer Familie widerherzustellen. Die Spielwelt von „Assassin's Creed 2“ ist – ganz so wie im ersten Teil – offen und frei erkundbar. Ihr seid definitiv gut beraten, wenn ihr zu Beginn des Spiels erst einmal auf Erkundungstour geht und schaut, was wo los ist. In den Straßen der Städte (u.a. Venedig und Florenz) herrscht nämlich reges Treiben und ihr seid keineswegs zum Zuschauen verdammt.

Ezio hat flinke Finger und mopst Passanten in Windeseile ein paar Taler – und Geld spielt in „Assassin's Creed 2“ eine bedeutende Rolle. Geschenkt bekommt ihr fast nichts, die Dienste der Schmiede und anderen Händler sind ziemlich kostspielig. Bevor ihr euch irgendwelche Verbesserungen für Waffen oder Rüstungsteile leisten könnt, müsst ihr erst einmal ein paar Missionen absolvieren. Für erfolgreich abgeschlossene Missionen gibt es nämlich auch Geld. Die Missionen bestehen nicht mehr nur aus Informationsbeschaffungen und Mordanschlägen. Ihr müsst auch mal Gefangene befreien oder Rätselchen lösen. Neben den für die Geschichte wichtigen Missionen existieren zahlreiche Nebenaufträge, die nicht nur die sowieso schon imposante Spieldauer erhöhen, sondern auch den Spielspaß. Ihr könnt zum Beispiel Federn suchen gehen oder einfach nur die Wachen ärgern. Ezio ist trotz seiner Jugendlichkeit (der Knabe ist erst 17) bereits ein extrem geschickter Akrobat und Kämpfer, der in seinem Leben anscheinend noch nie etwas anderes gemacht hat. Es stellt für euch überhaupt kein Problem dar, den höchsten Turm der Stadt zu erklimmen und über die Dächer der Häuser zu flitzen. Die Steuerung ist dabei genauso simpel wie im letzten „Prince of Persia“, eine Einarbeitungszeit ist praktisch nicht von Nöten. Nur selten kommt es zu Situationen, in denen die Steuerung einfach mal nicht so will, wie ihr das wollt – vor allem dann, wenn ihr euch in einer Situation so verhalten wollt, wie die Entwickler es nicht vorgesehen hatten. Das ist aber der Preis der hochgradig auf Einfachheit ausgelegten Steuerung. Glücklicherweise kommt es nur sehr selten zu diesen Problemen.

Ezio kann im Übrigen auch schwimmen und sogar mit einem von Leonardo da Vinci entwickelten und gebauten Drachen fliegen. Wie gesagt, der Typ ist einfach ein Multitalent. Die Klettereinlagen spielen natürlich eine große Rolle, beispielsweise dann, wenn ihr jemanden verfolgt oder euch unbemerkt an Wachen heranpirschen wollt. Im Gegensatz zu Altair kann Ezio zwei Feinde auf einmal hinterrücks eliminieren und in offenen Kämpfen seinen Gegnern die Waffen entreißen und diese dann gegen ihre ehemaligen Besitzer richten. Trotz verschiedener Gegnertypen sind die Kämpfe nie sonderlich anspruchsvoll, zumal jeder Feind über gewisse Schwachpunkte verfügt. Die schwergepanzerten Wachen sehen zwar gefährlich aus (und wenn ihr euch dumm anstellt, erledigen sie euch auch binnen weniger Sekunden), doch wenn ihr ihnen ihre Axt entreißt und über die Rübe zieht, geben sie bald keinen Mucks mehr von sich. Da Ezio über zahlreiche Moves verfügt, sehen die Kämpfe ansprechend aus, im Kern sind sie aber praktisch immer identisch und nach demselben Muster zu gewinnen. Wenn ihr dann doch mal flitzen gehen müsst, könnt ihr einfach in den Menschenmengen untertauchen oder euren Verfolgern ein paar Lausbuben entgegen schicken, die sie ablenken. Wenn ihr auf Erkundungstour oder Schatzsuche seid, solltet ihr nach Möglichkeit nicht zu viel Rabatz machen. Wenn ihr nämlich bekannt wie ein bunter Hund seid, erkennen euch die Wachen direkt beim ersten Sichtkontakt. Um die Aufmerksamkeit von euch zu lenken, müsst ihr Gesucht-Plakate verschwinden lassen, wichtige Personen bestechen und Offiziere eliminieren – und natürlich nicht alle zehn Meter irgendwelchen Mist anstellen.

Ich hatte bereits an früherer Stelle erwähnt, dass das Geld in „Assassin's Creed 2“ eine wichtige Rolle spielt. Einen Aspekt habe ich euch aber bislang verschwiegen: Das Anwesen eures Onkels. In dieses könnt ihr Kohle investieren, um es zu renovieren. Je besser es aussieht, desto mehr Leute kommen – und natürlich bringen diese Leute Moneten mit. Ihr bekommt also vor allem dann viel Geld, wenn ihr welches ausgebt. In „Assassin's Creed 2“ ist das nicht anders als in der echten Wirtschaft. Nun verfügt das Spiel aber nicht nur über ein beeindruckendes Gameplay und eine ausgeklügelte Geschichte, sondern auch über eine fantastische Technik. Die Städte sehen einfach grandios aus, überall herrscht Leben. Kaum ein Bürger gleicht dem anderen, sie alle gehen ihren alltäglichen Geschäften nach. Kaum von echten Menschen zu unterscheiden sind die Animationen, abgehakte Bewegungen gibt es zu keinem Zeitpunkt. Die Umsetzung auf PC hätte gar nicht besser ausfallen können! Und als kleinen Bonus bekommen PC-Spieler die beiden für Konsolen kostenpflichtigen Download-Erweiterungen kostenlos zum Hauptspiel dazu. Der Sound profitiert in erster Linie von den superben Synchronsprechern, die alle glaubwürdig wirken – eine gute Geschichte braucht einfach gute Sprecher, glücklicherweise hat Ubisoft hier keine Mühen gespart. Genial ist aber auch der Soundtrack, der perfekt zum Setting passt.
 
Autor: Frederik  Seite: [1] [Fazit/Wertung]
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