Pcspielemagazin
MAGAZIN FÜR PC/INTERNET
[Szenenews]   [Spieletests]   [Previews]   [Reports]   [Cheats]   [Community]   [Downloads]   [Shopping]
SPIELETEST
Windchaser
Im Ursprung war „Windchaser“ als Abschlussprojekt zweier Studenten der Mediadesign Hochschule für Design und Informatik München (MDH) gedacht, doch war das Spiel so interessant, dass letztlich Publisher dtp Gefallen daran fand und „Windchaser“ unter seine Fittiche nahm. Seit einigen Tagen steht das fertige Produkt nun in den deutschen Läden und in diesem Test kläre ich, ob das Spiel seine 30 Euro wert ist. Gleich bei der Hintergrundgeschichte merkt man, wie ernst es die Nachwuchsentwickler bei Chimera Entertainment gemeint haben. Vor 600 Jahren erschütterte ein großer Krieg die Welt, ihm folgte der so genannte Weltenbrand, in dessen Flammen fast alles vernichtet wurde, was den Krieg irgendwie überstanden hatte. Aus den Überresten entstand allerdings eine neue Zivilisation, der ein neuer technischer Aufstieg gelang – gleichzeitig begannen die Menschen aber auch, einem neuen Gott zu huldigen, der als Zweifaltigkeit bekannt ist. Durch die Aufteilung der Menschen in zahlreiche Gilden, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen, konnte sich kein weltweiter Frieden durchsetzen – Krieg und Zerstörung bedrohen erneut die Menschheit. Diese überaus interessante und durchdachte Geschichte wird im Spiel leider nicht immer mit der nötigen Dramatik erzählt, weshalb es ihr nicht gelingt, ihr volles Potenzial zu entfalten. Das ist bedauerlich und schmälert den Spielspaß zumindest etwas.

Ich möchte hier aber gar nicht weiter ins Detail gehen, da ich sonst wohl oder übel spoilern müsste – und es wäre doch doof, wenn ihr das Spiel mal selber zockt und schon wisst, was für große Ereignisse noch kommen werden. „Windchaser“ versetzt euch gleich zu Beginn in die Rolle des jungen Abenteurers Ioan, der auf der Suche nach einer Gilde ist. Nach kleineren anfänglichen Scharmützeln trefft ihr allerdings auf Shara und Caine, seid also fortan nicht mehr alleine unterwegs. Und da sich wenige Minuten später herausstellt, dass Caine der Anführer einer Gilde ist, habt ihr euer erstes großes Ziel auch schon erreicht. Nun werdet ihr euch allerdings fragen, warum „Windchaser“ so heißt, wie es heißt. Und auch diese Frage wird ein paar weitere Minuten später beantwortet. Die „Windchaser“ ist ein Luftschiff, das eurer Gilde gehört und als mobile Basis für diese dient. Mit ihr könnt ihr entsprechend eure Truppen transportieren, diese sich regenerieren lassen, Artefakte aufspüren und später noch einige weitere Dinge erledigen. Die „Windchaser“ war eine tolle Idee der Entwickler, die etwas frischen Wind in das Genre der Echtzeitstrategiespiele bringt, doch ist es etwas ärgerlich, dass es beispielsweise sehr umständlich ist, wenn ihr eure Truppen ausladen wollt. Des Weiteren kann die „Windchaser“ nur Gebiete anfliegen, die ihr bereits gesichert habt (dafür müsst ihr Aussichtstürme einnehmen).

Wenn ein Gebiet noch nicht in eurer Hand ist, müsst ihr zuerst eure Bodentruppen losschicken, alle Feinde erledigen und den Aussichtsturm einnehmen. Eine weitere Besonderheit des Spiels ist, dass ihr immer in Gruppen unterwegs seid und auch immer gegen Feinde in Gruppen kämpft. Vier Gruppen mit jeweils maximal fünf Mitgliedern könnt ihr befehligen, wobei es schade ist, dass ihr so keine individuellen Befehle geben könnt, was strategisch mehr Sinn gemacht hätte. Sonderlich viel Strategie erfordert „Windchaser“ aber eh nicht, ihr müsst im Grunde nur das Kampfsystem verstanden haben. Dieses basiert auf den drei Stilen Konzentration, Chaos und Disziplin. Mit diesen verhält es sich so wie mit Schere, Stein und Papier: Konzentration schlägt Disziplin, Disziplin schlägt Chaos und Chaos schlägt Konzentration. Klingt doch ganz einfach, oder? Und zum Teil ist es das auch. Doch nur weil ihr vor einem Kampf den richtigen Stil gewählt habt, heißt das noch lange nicht, dass ihr das Scharmützel auch sicher gewinnt. „Windchaser“ ist zum Teil unheimlich schwer, bereits kurz nach dem Start steigt der Schwierigkeitsgrad an. Hinzu kommt, dass ihr Talente richtig einschätzen und einsetzen können müsst, was dem Kampfsystem mehr Tiefe verleiht, aber auch die Anforderungen an euch erhöht. Wenn ihr in einem Kampf siegreich seid, sammelt ihr Erfahrung und eure Leute werden besser. Bedauerlich ist dabei, dass ihr nur für die Geschichte relevante Figuren mit in die nächste Mission nehmen dürft. Alle anderen Kämpfer gehen euch verloren. Das ist aber nicht ganz so schlimm, da diese Kämpfer schneller im Level aufsteigen und ihr so nur bedingt etwas verliert. Solltet ihr in einer Schlacht scheitern, ist das Spiel nicht zu ende – dann humpeln eure Leute zurück zum Luftschiff und regenerieren sich dort.

Selbstverständlich habt ihr im Laufe des Spiels viele Aufgaben zu erledigen, doch in der Regel sollt ihr nur irgendwelche Feinde eliminieren oder Verbündete eskortieren. Für Motivation sorgt daher in erster Linie die Geschichte, denn spielerisch ist „Windchaser“ stellenweise schon ziemlich monoton. Zumal die schiere Fülle an in Wirklichkeit unnötigen Features gerne für Verwirrung sorgt – und bis ihr die Steuerung verinnerlicht habt, werden viele Stunden vergangen sein. Ja, die Steuerung ist ein weiterer negativer Kritikpunkt bei diesem Spiel. Schade, hier hätte mehr Feintuning wahre Wunder bewirken können. Zwar durchlauft ihr zu Beginn des Spiels ein Tutorial, doch werdet ihr nicht drumrum kommen, das Handbuch zu studieren und einfach Erfahrung mit der Handhabung zu sammeln. Die Spieldauer von „Windchaser“ liegt bei über 25 Stunden, was zugegebenermaßen nicht wenig ist – ein Mehrspielermodus wäre aber trotzdem nett gewesen, doch leider haben die Entwickler keinen integriert. Um es einmal deutlich zu sagen: Zur Abwertung führt dieser Punkt nicht, nur hätte ein Onlinemodus die Spieldauer geschickt erhöhen können. Wenn ich nun auf den letzten Punkt, die Technik, zu sprechen komme, muss ich auf der einen Seite sagen, dass „Windchaser“ ziemlich unspektakulär aussieht, auf der anderen Seite darf ich aber auch nicht verschweigen, dass die Leistung von „Neulingen“ kommt und dafür beeindruckend gut ist. „Windchaser“ sieht akzeptabel aus, wird eine Grafikkarte vom Schlage einer GeForce 8800 GTX (oder vergleichbar) aber kaum fordern. Das hatte ich so aber auch erwartet, zumal Chimera Entertainment vermutlich kaum die Möglichkeit hatte, hier mehr zu leisten. Beim nächsten Projekt kann das schon ganz anders aussehen. Der Sound hat mir dafür richtig gut gefallen, auch wenn manche Sprecher zu gekünstelt wirken. Das stört nämlich nicht im Geringsten.
 
Autor: Frederik  Seite: [1] [Fazit/Wertung]
 Kommentar schreiben  Eigenen Test schreiben / senden  Zurück
Weitere Infos zu "Windchaser"
08.09.08:Windchaser (Wallpaper 3) (Wallpapers)
19.08.08:Windchaser (Wallpaper 2) (Wallpapers)
04.08.08:Windchaser (Screenschoner)
09.07.08:Windchaser - Hotfix (Spielepatches)
Windchaser bei Cheat.de suchen
Windchaser im Cheatsforum suchen
Windchaser im Spielechat diskutieren
 Drucken  Weiterleiten
SCREENSHOTS
Für Großansicht auf das jeweilige Bild klicken.




WEITERE SPIELETESTS
Mafia 2
Razor2: Hidden Skies
Youda Legend 2 - Der goldene Paradiesvogel
Natalie Brooks 3 - Das Geheimnis von Hillcrest High
Rose Romantic - Liebe ist ihr Hobby
Awakening: Schloss ohne Träume
Mystery Case Files: Dire Grove
Cogs
Real Crimes: Jack the Ripper
Dr. Jekyll & Mr. Hyde
[Alle] [0-9] [A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H] [I] [J] [K] [L] [M] [N] [O] [P] [Q] [R] [S] [T] [U] [V] [W] [X] [Y] [Z]