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Wenn ein Publisher direkt zum Release eines Spiels den ersten Patch veröffentlicht, dann ist das in der Regel kein gutes Zeichen. So geschehen ist es mit „War Leaders – Clash of Nations“, das dann aber trotz Patch mehr Bugs als „Starship Troopers“ enthielt. Publisher The Games Company war sich darüber offenbar im Klaren, weshalb erst einmal keine Testmuster des Spiels an die Presse verteilt wurden. Mittlerweile hat sich die Situation geändert (immerhin sind wir bereits beim dritten Patch angelangt) und man konnte sich endlich dazu durchringen, Leuten wie mir ein Muster des Spiels zu schicken – netterweise gleich mit Patch 1.2 auf einer separaten CD. Dementsprechend basiert dieser Test auch auf Version 1.2 – und um es bereits jetzt ganz deutlich zu sagen: Es macht keinen Sinn, das Spiel ohne diesen Patch zu spielen. Zwar reden sich gewisse Benutzer einschlägiger Internetforen gerne grundsätzlich in Ekstase, wenn ein Spiel mal nicht 100%ig läuft, doch bei „War Leaders – Clash of Nations“ war Kritik bezüglich der Performance schon sehr deutlich angebracht. Mit Patch 1.2 wurde diese Geschichte glücklicherweise grundlegend geändert.
Das ist schön, denn „War Leaders – Clash of Nations“ ist ein Spiel, das viel Potenzial hat und auch viel Potenzial nutzt. Der Titel versetzt euch zurück zum 01. September 1939, also dem Tag, an dem Deutschland den Feldzug gegen Polen eröffnete. Zu Beginn müsst ihr euch einen von sieben Kriegsfürsten auswählen, die alle unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. Der fiktive deutsche Führer Reinhold Tessler verfügt so über mächtige Panzer und U-Boote, ist aber was Gebiete und Rohstoffe angeht nicht so gesegnet. Der Japaner Hideki Tojo kann auf eine starke Flotte und eine sehr aufopferungsvolle Truppe zurückgreifen, verfügt aber wie sein deutscher Kollege über wenig Gebiet und Rohstoffe. Der Italiener Benito Mussolini besitzt eine ziemlich starke Infanterie und Marine, allerdings hat seine Truppe eine ziemlich niedrige Moral. Franklin D. Roosevelt, Big Boss der USA, besitzt mächtig viel Geld und die tapferen Marines, wenn es allerdings um Panzer geht, muss seine Rüstungsindustrie noch viel Forschungsarbeit erledigen.
Die Briten können unter Winston Churchill auf das mächtige Kolonialreich, die königliche Marine und die Air Force vertrauen, allerdings sind die Militäreinheiten so auch sehr weit verteilt und Marschwege sind sehr lang bzw. nicht vorhanden, wenn feindliches Territorium im Weg ist. Stalin verfügt über viel Gebiet und starke Panzer, allerdings hapert es bei ihm mit der Moral und Wirtschaft. Zu guter letzt wäre da noch der Franzose Charles de Gaulle, der sehr diplomatisch sein kann und über eine gute Spionage verfügt. Was schwere Waffen angeht, hat der gute Charles allerdings nichts zu melden. Das alles klingt doch nach viel Abwechslung, oder? Und genau die bietet das Spiel hier auch. Nun ist es aber nicht so, dass alle Fraktionen für Neulinge gleichermaßen empfehlenswert sind. Besonders wenige Gebiete sind kritisch, da ihr so sehr schnell in arge Bedrängnis geraten könnt. So seid ihr zum Beispiel mit den USA zu Beginn gut bedient.
Um euch einen relativ flotten Einstieg ins Spiel zu ermöglichen, hält „War Leaders – Clash of Nations“ glücklicherweise ein gutes Tutorial sowie ein umfassendes Handbuch für euch bereit. Wenn ihr nun aber ein neues Spiel startet, geht es nicht nur um die Auswahl eines Kriegsfürsten – ihr müsst auch den Komplexitätsgrad und den Grad der historischen Genauigkeit festlegen. Der Komplexitätsgrad ist so etwas wie eine Individualisierung des Schwierigkeitsgrades. Hier könnt ihr beispielsweise wählen, ob es den Nebel des Krieges geben soll oder nicht. Bei der historischen Genauigkeit gibt es drei verschiedene Grade. Bei hoher historischer Genauigkeit beginnen die Kampagnen der einzelnen Nationen dann, wenn in der Realität der Kriegseintritt der jeweiligen Fraktion stattfand. Zudem sind die Verbündeten und Feinde hier fest vorgegeben. Bei mittlerer historischer Genauigkeit ist es ähnlich, allerdings treten hier alle Fraktionen am 01. September 1939 in den Krieg ein.
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